Das OWASP Core Rule Set (CRS), heute meist OWASP CRS genannt, ist eine freie und quelloffene Sammlung generischer Sicherheitsregeln für ModSecurity, Coraza und kompatible Web Application Firewalls. Die Regeln analysieren HTTP-Anfragen und – abhängig von der Konfiguration – auch Antworten, um typische Angriffsmuster zu erkennen.
Das CRS ist keine eigenständige Web Application Firewall. Die WAF-Engine verarbeitet den Datenverkehr und führt die Regeln aus; das CRS liefert die Erkennungslogik. Es ergänzt sichere Programmierung, Updates und weitere Schutzmaßnahmen im Rahmen eines mehrschichtigen Sicherheitskonzepts.
Das Regelwerk erkennt unter anderem:
Damit deckt es zahlreiche verbreitete Angriffskategorien einschließlich Risiken aus den OWASP Top Ten ab.
Die Regeln sind bewusst allgemein gehalten. Anwendungsspezifische Fehler in Geschäftslogik, Berechtigungen oder Prozessen können sie deshalb nicht zuverlässig beurteilen.
Die Paranoia Levels 1 bis 4 bestimmen, wie viele und wie empfindliche Regeln aktiv sind. Ein höheres Level kann zusätzliche Angriffe erkennen, erhöht jedoch normalerweise auch das Risiko von Fehlalarmen.
Das Paranoia Level ist nicht mit dem Anomaly-Schwellenwert gleichzusetzen. Beide Einstellungen müssen passend zum Schutzbedarf und zum tatsächlichen Datenverkehr gewählt werden.
Das OWASP CRS behebt keine Schwachstellen im Quellcode und ersetzt weder Zugriffskontrollen noch Sicherheitstests oder Patch-Management. Verschlüsselter Datenverkehr muss dort entschlüsselt werden, wo ihn die WAF prüfen kann. Ungeeignete Einstellungen können legitime Anfragen blockieren oder Angriffe übersehen.
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